Uhren

Modell „Die sieben Sphären“

Ein uhrmacherisches Universum als Bewegungsstudie.

Marco Lang Seven Spheres headerbild

Die Unruh mit der Hemmung ist das Herz einer jeden Uhr. Hier schwingt sie im Zentrum, umhaust von sieben komplex verbundenen Ringen, die über sieben Planetengetriebe die Energie der vier Federhäuser von außen nach innen geleiten.

Details

DAS GEHÄUSE

  • Platin 950
  • Durchmesser 42mm, Höhe komplett über Glaswölbung18mm
  • Saphirglas & Saphirglasboden
  • Alligator-Lederarmband (18mm), dieses wird zur Erhöhung Wasserresistenz auf der Innenseite mit Haifischleder bezogen
  • Dornschließe Platin 950
  • Wasserdichtigkeit 5bar

Zifferblatt und Zeiger

  • Zifferblatt-Ring mit roten Minutenziffern in massiv Silber, eingerahmt von 2 feinen handguillochierten „Breguetfäden“
  • „Schwebender“ Minuten- und Stundenzeiger in hitze-gebläutem Stahl
Marco Lang Seven Spheres Uhrwerk

Caliber/Uhrwerk ml-02/7sp

 

  • Zifferblatt-Ring mit roten Minutenziffern in massiv Silber, eingerahmt von 2 feinen handguillochierten „Breguetfäden“
  • Schwebender Minuten- und Stundenzeiger in hitze-gebläutem Stahl
  • Uhrwerk Durchmesser 35,7 mm, Höhe ohne Ringsystem 5,35mm
  • Gangdauer 55 Stunden
  • Antrieb über 4 parallele Federhäuser auf zentrales (12h) Kugellagersystem
  • 7 verschachtelte Sphärenringe aus Titan, jeweils um 30° versetzt, 6 x Planetengetriebe mit Übersetzungen 1:2 ; 1 x 1:2,25
  • Frequenz 3 Hertz (21.600 HS / Stunde)
  • Vierschenklige Unruh mit Excenterregulierung
  • Rückersystem, Ankerhemmung
  • Steine 43 Rubine, 2 (Dekorations-) Diamanten mit Brillantschliff

Meine Arbeit ist purer Idealismus, verbunden mit Akribie und kompromisslosem Anspruch an Schönheit und Qualität.

Marco Lang Seven Spheres

Die Inspiration

1997 kam der Film „Contact“ nach dem Roman von Carl Sagan in die Kinos.

Ich war gerade 26 Jahre und es war einer der beeindruckendsten Filme für mich. Vor allem faszinierte mich die Maschine, die nach einer Bauanleitung einer außerirdischen Kultur gebaut wurde. Die Bewegung der drei in sich drehenden Ringe war so anmutig und eben irgendwie „außerirdisch“.

Warum „Sieben“?

Die Sieben Sphären im Weltbild

siebensphaeren_weltbild2

Das geozentrische Weltbild wurde im 1.-2. Jahrhundert durch Ptolemäus aufgestellt. Es basiert auf der Vorstellung, dass die Erde unbeweglich im Zentrum des Universums steht.
Um die Erde herum befanden sich sieben Planetensphären:
Mond / Merkur / Venus / Sonne/ Mars / Jupiter / Saturn
Darüber hinaus gingen die Sphäre der Fixsterne, der Bewegungssphäre und das Empyreum, der „Sitz Gottes“.

siebensphaeren_weltbild3

Im heliozentrischen Sonnensystem, welches Nikolaus Kopernikus Mitte des 16. Jahrhunderts in Frombork (Polen) entwickelte, steht die Sonne im Zentrum, umgeben auch hier von sieben Sphären:
Merkur / Venus / Erde(mit Mond) / Mars / Jupiter Saturn / Fixsterne.
Auch Kopernikus hielt noch an der Vorstellung kreisförmiger Bahnen und teilweise an Sphären fest.

Wenn ein Traum Form annimmt. Frei gedacht.
Jenseits vertrauter Konstruktionen. Alles war Neuland.

Die Geschichte meiner „Sieben Sphären“

Das Projekt der „Sieben Sphären“ begann in meinen Träumen. Die Idee zu dieser Uhr hat mich lange begleitet, bevor ich vor dreieinhalb Jahren im Sommer 2022 den ersten konkreten Konstruktionsschritt gemacht habe. Ich war mitten in der Produktion des ersten ml-Projektes „Zweigesicht-1“, so berührt von dessen Erfolg und dem großen Vertrauen der Uhrensammler. Sollte ich gleich darauf folgend ein neues „Zweigesicht-2“ Projekt angehen oder bringe ich den Mut auf, etwas anderes zu wagen?

Mir war von Anfang an klar, dass ich zur Umsetzung dieser Uhr viel Neues lernen müsste. Die Konstruktion ließ sich meist nicht aus der traditionellen Uhrmacherei ableiten. Sie ist anders entstanden – aus einem inneren Bild heraus, nicht aus einer vorhandenen Vorlage. Und um ehrlich zu sein: Bis der Prototyp der „Sieben Sphären“ auf meinem Werktisch zu ticken begann, war ich mir nie sicher, ob ich auf dem richtigen Weg bin.

Viele Ideen und Details musste ich mir Schritt für Schritt erarbeiten. Zum Beispiel hatte ich zuvor noch nie ein Kugellager selbst gefertigt. In dieser Uhr gleich zwei; eines mit 97 Kugeln dreht sich in 12 Stunden, das andere mit 170 Kugeln einmal pro Stunde für den Minutenzeiger. Sie müssen hochpräzise sein, weil sie sonst mit ihrem großen Durchmesser dem Räderwerk zu viel Kraft rauben.

Zwischen den 7 Titan-Sphären ist so wenig Platz, dass ich die Form der Räder und Triebe anpassen musste und diese in den entsprechenden Radien gewölbt habe. Von innen nach außen muss jedes Ringsystem perfekt ausgewogen sein. Was sich zeigte: das Titan ist wunderbar stabil und leicht, aber eben so leicht, dass ich das Auswiegen nur mit Bohrungen nicht erreichen konnte. Die Lösung war das Einsetzen kleinster Zylinder aus dem schweren Platin.

Einen Großteil der Zeit beim Prototypenbau nahm die Konstruktion und der Bau von vielen Sonderwerkzeugen ein. Besonders die Montage der verschachtelten Ringe schien am Anfang fast unmöglich.

Es gab Momente des Zweifelns. Aber mit Geduld, Ausprobieren und immer wieder neuem Ansetzen wurde aus der Idee langsam Wirklichkeit. Und nach jedem lauten Fluchen kamen nach dem Finden der Lösungen ein Aufatmen und der Genuss des Erfolges.

Die „Sieben Sphären“ ist für mich der Höhepunkt für alle Uhrenmodelle, die ich bisher entwickelt habe. Sie steht für den Mut, etwas zu versuchen, das man noch nie gemacht hat – und dafür, einem inneren Bild so lange zu folgen, bis es real vor einem liegt.

Es war ein Traum, diesen Prototyp zu entwickeln. Und ich habe mir gesagt: Selbst wenn am Ende nur ein einziges Exemplar entsteht – vielleicht nur für mich – dann ist das genug. Aber dank der Unterstützung von Freunden und begeisterter Uhrensammler wird aus dem Prototyp nun ein Projekt, welches mich auch die nächsten Jahre begleiten wird.